Was spricht für Untertitel?

Deutschland ist ein sogenanntes Synchronisationsland – ähnlich wie z. B. Frankreich, Spanien und Italien. Die Mehrheit der Zuschauer ist an synchronisierte Filme und Sendungen gewöhnt und möchte auf diesen vermeintlichen Komfort nicht verzichten.

Gleichzeitig sind aber vor allem viele Vertreter jüngerer Generationen daran interessiert, Filme in ihren Originalfassungen zu sehen. Als David Lynchs Wild At Heart in die Kinos kam, schrieb Andreas Kilb in der ZEIT: „Man muß den Film im Original sehen: Sonst versteht man zwar alles, aber das meiste falsch.“

Seit dem Aufkommen der DVD ist es ohne Weiteres möglich, Filme in der Originalfassung und mit Untertiteln zu sehen. Leider machen DVD-Vertriebe davon nicht immer Gebrauch – und das obwohl eine Zuschauergruppe dadurch gänzlich vom Filmgenuss ausgeschlossen wird: Gehörlose sind schließlich auf Untertitel angewiesen.

Nicht von der Hand zu weisen ist außerdem der Lerneffekt, den Untertitel mit sich bringen. So fördert das Rezipieren untertitelter Filme erwiesenermaßen das Erlernen von Fremdsprachen – Niederländer, Skandinavier und Portugiesen erleben diesen Vorteil von Kindesbeinen an. [mw]